Vier Personen sitzen an einem Tisch, umgeben von Notizen und Plakaten, und diskutieren angeregt.

Ein Gefühl von Frische im Büro

Kreativ, offen, spontan: Petra Genster von den Kurbetrieben Oberstdorf schwört auf ihre jungen Mitarbeitenden. Und auf die Zusammenarbeit der Generationen

Annette Rübesamen Autorin

Arbeitsunlustig und ständig am Handy – das Bild, das manche Leitartikel und Stammtischgespräche von der Generation Z am Arbeitsplatz zeichnen, wirkt auf HR-Abteilungen vermutlich nicht sehr ermutigend. Doch Petra Genster, stellvertretende Tourismusdirektorin bei den Kurbetrieben Oberstdorf, kann darüber nur den Kopf schütteln. „Wir erleben eine völlig andere Realität“, sagt sie. Ihr Team besteht aus rund 120 Menschen in Voll- und Teilzeit, darunter auch zahlreiche Aushilfen, Auszubildende und Studierende. Rund 30 Prozent der gesamten Belegschaft sind unter 35 Jahre alt, rund 40 Prozent sind jünger als 40. Die jüngste Kollegin ist 16, die älteste 64 Jahre alt. Die Mitarbeitenden sind in allen Bereichen aktiv – vom Destinationsservice über das Marketing mit Social Media bis zum Partnermanagement – und bringen sich alle aktiv und mit eigenen Ideen ein. „Der ideale Mix aus Jung und Alt“, findet Genster. „Er sorgt dafür, dass sich Kreativität, Spontaneität und Erfahrung optimal ergänzen und befruchten. Und davon profitieren am Ende alle.“

Ihre jungen Mitarbeitenden schätzt Genster sehr. Sie findet sie offen, neugierig und unvoreingenommen. „Sie gehen Themen oft anders an und finden neue Lösungswege, gerade bei festgefahrenen Prozessen“, hat sie beobachtet. „Diese Frische bringt viel Kreativität ins Unternehmen.“ Die Älteren ihrerseits steuerten Erfahrung und Wissen bei. „Und wo sich frische Ideen und Erfahrung ergänzen, entstehen die besten Ideen“, sagt die erfahrene Destinationsmanagerin. Alle profitierten voneinander. „Die Jüngeren von Erfahrung, Strukturen und Prozesswissen, während die Älteren von neuen Denkweisen, digitaler Kompetenz oder neuen Trends lernen können“, so Genster. „Auch was Sprache, Kommunikation und gesellschaftliche Entwicklungen betrifft, versteht man sich gegenseitig besser.“ Entscheidend für diese Synergien sei allerdings der richtige Umgang miteinander. „Es braucht ehrliche Kommunikation, Vertrauen und Offenheit. Ein respektvolles, wertschätzendes Miteinander ist die Basis, dann funktioniert Zusammenarbeit generationenübergreifend besonders gut.“

Klappt also alles völlig reibungslos? Genster lacht. „Für viele junge Mitarbeitende ist die Freizeit sehr wichtig. Das verändert den Arbeitsalltag natürlich etwas. Dafür verbringen unsere jungen Mitarbeitenden diese Freizeit aber auch häufig gemeinsam beim Sport, in der Natur oder bei Events. Und sie engagieren sich sehr für Team-Events wie Weihnachtsfeiern oder Betriebsausflüge. Beides stärkt die Motivation und den gesamten Teamzusammenhalt und ist somit sehr positiv für uns alle!“

Und was rät Petra Genster anderen Unternehmen, die junge und ältere Mitarbeitende im selben Team haben? Es brauche Räume und Formate zum Austausch zwischen den Generationen, findet die Oberstdorferin. Gemeinsame Ziele müssten klar definiert werden. Außerdem seien Transparenz und aktiv gestaltete Zusammenarbeit notwendig. „Doch das alles lohnt sich. Denn wenn alle wissen, wohin die Reise geht, entstehen Vertrauen und Zusammenhalt von alleine.“

Mehr zur Zusammenarbeit der Generationen in Oberstdorf sehen Sie im Video:

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© Foto: Milena Cop – Tourismus Oberstdorf; Video: Tourismus Oberstdorf