Gemeinsam wird’s was

Kooperationen können im Großen, im Kleinen und im ganz Kleinen funktionieren. Oft braucht es nur ein geteiltes Ziel, eine gute Idee und Lust darauf, loszulegen. Auf diesen Seiten: vier Beispiele aus Bayern, die zeigen, was man zusammen alles schaffen kann

Zwei Personen fahren mit ihren Mountainbikes auf einem Trail durch eine lichte Waldlandschaft.© Andreas Meyer, Tourismusverband Ostbayern
Ein Auszubildender in einem Restaurant löffelt eine Suppe in eine weiße Schüssel und lächelt dabei. Im Hintergrund sind Küchengeräte und Geschirr zu sehen.© Stefan Schütz
Kinder verschiedener Bauernhöfe füttern Kühe im Stall und helfen bei der Stallarbeit.© Günter Standl
Zwei Frauen stehen vor einem beleuchteten Wanddisplay in der Braukunstwelt, das Informationen zur Brautechnologie und Leidenschaft für das Bierbrauen zeigt.© Michael Bauer Photography

Trans Bayerwald: Silodenken war gestern

Wer die Akteure und Akteurinnen auflistet, die zur Entstehung der Trans Bayerwald beigetragen haben, stellt fest: Es gibt fast keinen Bereich, der nicht einen Beitrag geleistet hätte. Denn am Projekt der 700 Kilometer langen Mountainbike-Rundtour durch den Bayerischen Wald haben neben sechs Landkreisen auch Gemeinden und Naturparke mitgewirkt, der Nationalpark Bayerischer Wald, Grundstückseigentümer und -eigentümerinnen, die Bayerischen Staatsforsten sowie Betriebe, Gastgebende, Dienstleistende, Radvereine und andere mehr. Das Ergebnis dieser Kooperation auf allen Ebenen und in alle Richtungen ist ein Produkt, das Regionen verbindet, gemeinsam vermarktet und nicht nur Gästen Spaß macht. Es machte zudem den Bayerischen Wald in seiner Gesamtheit als Mountainbike-Destination über die Landesgrenzen hinweg bekannt. „Die Trans Bayerwald ist das Ergebnis echter Zusammenarbeit“, freut sich Daniela Schilling, Marketingleiterin Bayerischer Wald. „Nur gemeinsam konnten wir dieses Erlebnis schaffen.“

Naturparks, Radverleihe, Gastgebende, Gemeinden und viele andere mehr kooperierten bei diesem Gemeinschaftsprojekt

© Andreas Meyer, Tourismusverband Ostbayern

Allgäu AzubiTopHotels: Wer die Besten will, formt sie am besten selbst

Die AllgäuTopHotels mit über 80 Mitgliedern sind ein bekanntes Beispiel für Kooperation im Tourismus. Seit 2017 kümmern sich elf dieser Häuser als Allgäu Azubi­TopHotels gemeinsam auch um Nachwuchskräfte. Zusammen kön­nen sie nicht nur mehr Ausbildungsqualität bieten als alleine, sondern werden im umkämpften Bewerbermarkt auch besser wahrgenommen. So stellten die Hotels, sämtlich von der Dekra als „erstklassige Ausbildungsbetriebe“ zer­tifiziert, eine Azubi-Akademie auf die Beine, wo der Nachwuchs zweimal jährlich an Workshops zur Persönlichkeitsentwicklung teil­nehmen kann. Sie installierten die digitale Lernplattform Azubi: Web. Sie werben zusammen auf Messen – und in Zukunft vor allem durch Schulkooperationen um Nach­ wuchs. Seit 2017 ist die Azubi-Zahl im Allgäu um 20 Prozent gestiegen. „Zwei Drittel unserer Azubis kommen aus der Region“, sagt Geschäftsführerin Sybille Wiedenmann. „Das ist uns wichtig. Denn wenn wir Einheimische für den Tourismus begeistern, steigern wir auch die Akzeptanz.“

Ausbildung? Läuft! Mit Benefits wie der Azubi-Akademie werden die Lehrjahre in einem Allgäu AzubiTopHotel noch wertvoller

© Stefan Schütz

ChiemseeBauern: Gäste kann man sich auch teilen. Jedenfalls ein bisschen

Sieben Höfe, 52 Ferienwohnungen, 890 Tiere, 32 Hofprodukte und 25.700 Quadratmeter Platz zum Spielen – was ist das? Nein, kein Mega-Urlaubsresort. Es sind die ChiemseeBauern, ein Zusammenschluss von sieben Ferienbauernhöfen, die sich gemeinsam vermarkten, weil sie die Zielgruppe teilen (Familien) und weil sie alle ein nachhaltiges Bauernhoferlebnis in Kombination mit luxuriösen Ferienwohnungen an­bieten. Als Kooperation möchten sie im Markt sichtbarer sein. 2025 haben die Höfe noch eins draufgesetzt und kooperieren nun auch in den angebotenen Aktivitäten: „Höfe Hopping“ heißt das Projekt, bei dem die Gäste des einen Hofes auch die Erlebnisangebote der anderen Höfe wahrnehmen können – die Kräuterführung am Daxlberger Hof oder die Massage am Huberhof. „Das Kennenlernen der anderen Höfe erhöht die Chance auf Folgebuchungen, weil das Interesse geweckt ist“, sagt Initiatorin Vroni Wolferstetter vom Esterer Hof. „Davon profitiert die ganze Region“.

Sieben Höfe, 14 Gastgebende: Die Chiemsee­Bauern kooperieren seit 2025 auch bei ihren Aktivitäten

© Michael Holz Studio

Maisel & Friends: Ein Prosit auf die Freundschaft

Wo anderswo von Kooperation die Rede ist, geht Maisel & Friends in Bayreuth einen Schritt weiter: Was hier zählt, ist die Freundschaft. Etwa zu Brauer-Friends, mit denen zusammen schon zahlreiche Biere kreiert wurden. Zu Künstler- Friends, mit denen gemeinsam ein Hotelkonzept realisiert wurde und deren Werke Zimmer und Lobby schmücken. Oder zu Friends aus Malzwesen, Hopfenanbau, Hefe- Forschung und Ausbildung, mit deren Hilfe die neue „Braukunstwelt“ entstand, eine interaktive, sensorische Erlebniswelt, die im Oktober 2025 eröffnet hat. „Niemand kann alles wissen“, erklärt Michael Feuerstein aus der Geschäftsführung von Maisel & Friends. „Darum bauen wir auf die Stärken unserer Freunde. Wir vereinen Expertise und Leidenschaft, um einmalige Erlebnisse zu schaffen.“ Auf dem Brauerei­ge­lände in Bayreuth zeigt sich das auf 4.500 Quadratmetern: im Liebesbier Restaurant, im Liebes­bier Urban Art Hotel, im Bier-Shop, in der Crazy Sheep Kaffee-Manufaktur und in Maisel’s Bier-Erlebniswelt mit Braukunstwelt.

Die Murals im Liebesbier Urban Art Hotel? Stammen natürlich von Friends aus der Kunstszene

© Maisel & Friends

Was ihnen die Kooperationen bringen, erzählen Partner und Partnerinnen euch in dem Beitrag „Das sagt ihr…“.

© Andreas Meyer, Tourismusverband Ostbayern (2); Stefan Schütz (2); Günter Standl, Michael Holz Studio; Maisel & Friends, Michael Bauer Photography